Bieringen
 

Artikel aus dem Tagblatt Anzeiger vom 2. März 2005

Das waren noch Zeiten

 Zerstörte Neckarbrücke

... als sich 1929 die Eis-Schollen auf dem Neckar türmten. Die Postkarte stellte Siegfried Schorp aus Kiebingen zur Verfügung. Sie trägt auf der Rückseite den handschriftlichen Vermerk: "Erinnerung an schweren Eisgang im Februar 1929" und stammt aus Bieringen. Zudem trägt sie einen Stempelaufdruck: "Atelier Gröger Tübingen, Mühlstraße 14." Wie sich Schorp erinnert, hatte der Fotograf Gröger in Sulzau seine spätere Frau kennen gelernt und war daher häufiger auf dieser Strecke unterwegs. Auf dem Bild selbst ist die durch Eisgang zerstörte Bieringer Neckar-Brücke zu sehen. Auf ihr stehen einige Bieringer, von denen Siegfried Schorp nur noch die beiden jungen Männer links identifizieren konnte.
 
Es ist sein Vater Clemens und dessen Bruder Hans Schorp. Wie eine Cousine der Familie erzählte, seien das Wiesental hinab (wie das Gelände dort heißt) bis April die Eisbrocken gelegen. Zur damaligen Zeit gab es über Wochen hinweg klirrende Kälte - das Thermometer fiel bis auf 30 Grad Minus. Im oberen Neckartal riss es reihenweise die Brückenpfeiler weg. In Tübingen wurden Eisblöcke mit 65 Zentimeter gemessen und die größten Schollen sollen bis zu 20 Quadratmeter gemessen haben. Statistisch gab es rund alle zehn Jahre solch strenge Winter: 1941/42, dann 1956 und 1963.

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