Bieringer Kollage
 

Bieringen im Mittelalter

Bieringen im Mittelalter Der reiche und mächtige Graf Burkhard III. von Hohenberg stiftete im Jahr 1237 ein Nonnenkloster in Kirchberg bei Sulz, das 1245 dem Dominikanerorden unterstellt wurde. In der Urkunde, in der Graf Burkhard von Hohenberg seine Besitzungen in Kirchberg an die neue Stiftung der geistlichen Frauen daselbst verkauft und schenkt, trat neben mehreren Zeugen, etwa einem "Wachendorffarius", auch ein "Buorin- garius" auf, der Bürger von Haigerloch war und als Vasall oder Dienstmann zum Zeugen bestellt wurde.

Grundriss Wasserschloß

Grundriß des abseits der Siedlung angelegten Burghügels (sog. "Buß" ) aus dem
11.Jahrhundert. Urkundliche Nachrichten über diesen Burgplatz sind nicht überliefert.

Im Jahr 1275 wird der Ort "Bueringen" als kirchlich dem Dekanat Empfingen zugehörig erwähnt, 1297 in einer Haigerlocher Urkunde "Heinrich der Bueringer" und sein Bruder Friedrich als Zeugen. Bieringer, die in Haigerlocher Urkunden als Bürger der Stadt Haigerloch erwähnt werden.

Die Geschichte des Ortes Bieringen ist gleichzeitig auch ein Teil der Geschichte der Grafschaft Hohenberg. Deshalb zu- nächst etwas zur Entstehung der Grafschaft Hohenberg. Mit der Nennung des Grafen Burkhard von Zollern-Hohenberg als Zeugen in einer Urkunde des Kaisers Friedrich Barbarossa von 1170 tritt erstmals das Geschlecht der Hohenberger ins Licht der Geschichte. Nach grundlegenden Untersuchungen gelten sie als Zweig der Zollergrafen (neuere Forschungen deuten allerdings auch die Möglichkeit eines selbständigen Geschlechts von Hohenberger Grafen an). Sie tragen ihren Namen nach ihrem Stammsitz auf dem Oberhohenberg zwischen Schömberg und Spaichingen.

Die Landschaft um diesen Berg bildete den Ausgangspunkt der Grafschaft Hohenberg. Schon am Ende des 12. Jahrhunderts war dann die Gegend um Rottenburg, die alte Grafschaft im Sülchgau, ebenfalls im Besitz der Hohenberger, und vermutlich um dieselbe Zeit erbten sie beim Aussterben einer Seitenlinie der Zollern die Grafschaft Haigerloch. Schon früh verlagerte sich das Schwergewicht der Grafschaft von der Südwestalb in das Neckartal. Verwaltungsmittelpunkt wurde Rottenburg, das Graf Albert II. von Hohenberg um 1280 zur Stadt ausbaute. Bald übertrafen sie ihre Stammesvettern, die Zollern, an Besitz und gewannen Ansehen und Bedeutung unter den schwäbischen Hochadelsgeschlechtern. Anders als ihre württembergischen Nachbarn zogen sie aus den Wirren nach dem Zusammenbruch des Stauferreiches keinen unmittelbaren Gewinn.

Trotzdem wußten sie durch Heiraten und auf andere Weise klug ihr Gebiet zu mehren; so kamen unter anderem die Herrschaften Wildberg, Nagold, Altensteig und Horb zu ihrem Gebiet hinzu. Hatten die Hohenberger Grafen zuvor den Staufern Gefolgschaft geleistet, so verbanden sie jetzt ihr Geschick mit den Habsburgern. Eine Tochter des Grafen Burkhard III., Gertrud, wurde im Jahre 1245 die Gemahlin des Grafen Rudolf von Habsburg, des späteren deutschen Königs. Ihr Bruder, Graf Albert II . von Hohenberg, tat sich nicht nur als Minnesänger in der höfischen Gesellschaft hervor, sondern stand auch dem königlichen Schwager als politischer Berater zu Seite, besonders als Landvogt in Niederschwaben. Sein Einfluß reichte weit über die Grafschaft hinaus.So kometenhaft der Aufstieg der Grafen von Hohenberg war, so schnell erlosch ihr Glanz. Keiner seiner Nachfolger erreichte die politische Bedeutung Alberts II.